Nur wenn sie tanzt

Nur wenn sie tanzt

einzikatig-katithomas-loewenschwester-nur-wenn-sie-tanzt-tanzen

Der Herzschlag meiner Seele macht du-dum

Liebe auf den ersten Takt

Wenn die ersten Töne des Synthesizers einsetzen, übernimmt mein Körper die Regie. Dieses Lied ist Genuss für meine Ohren. Erst kribbelt es leicht, dann etwas heftiger. Dann beginnt mein Bein zu wippen, dann meine Schultern zu kreisen. Mein Kopf, der inzwischen zum Takt nickt, ist hellwach. Denn seine Aufgabe ist es jetzt, nach einem Platz zu suchen. Hat er sein Ziel gefunden, gibt es für mich spätestens ab Minute 0:37 nur noch eins: Ich will tanzen. Chaka Khans „Ain’t nobody“ geht durch meinen Körper.

Körperglück in seiner höchsten Form

Ich tanze nur für mich. Wirbel im Kreis. Strecke die Arme weit aus. Fühle mich frei. Kann träumen. Denke an nichts. Meine Augen sind zu. Die Musik ganz laut. Alles drum herum verschwommen. Wie spät es ist, weiß ich nicht. Ich kann alles vergessen. Ich fühle mich selbst. Ich ruhe in mir. Kann meine Energie auftanken. Es kribbelt. Blut rauscht. Es fühlt sich an wie Brausepulver.

Alles ist erlaubt

Natürlich zeigen sich diese körperlichen Reaktionen nicht nur bei diesem Lied. Ich habe viele Lieblingslieder und wer mich kennt, weiß, dass ich bei fast jeder Musik tanzen, drehen, schwingen, taumeln, wackeln, twisten, wippen, springen, abzappeln und umherwirbeln kann. Würde man meinen Freund Matti fragen, wie ich tanze, könnte er meinen Stil genau in einer Bewegung nachmachen. Es ist zwischen uns schon zu einem „Running Gag“ geworden, wenn es ums Tanzen geht. Für mich gibt es keine Grenzen. Ob zusammen oder allein: Alles ist erlaubt, was frei und Spaß macht. Für mich ist Tanzen eine Kunst. Eine, die dir nichts zurück gibt. Keine Skulpturen, keine Gemälde, keine Gedichte. Nichts, außer dem einzelnen flüchtigen Moment, dass du dich lebendig fühlst.

Wie eine Liebesdroge

Um zu fühlen, wie es wirklich ist, stand für mich fest: Ich muss dieses Lied noch einmal hören, bevor ich anfange, zu schreiben. Und so tanzte ich eine ganze Weile durch mein Schlafzimmer. (Spätestens jetzt sind meine Nachbarn textsicher, denn dieses Lied lief in der Endlosschleife.) Endlich am Schreibtisch kreisen meine Arme und Schultern immer noch. Und ich muss lächeln. Ich bin mir nicht sicher, ob ich glücklicher bin, je mehr ich tanze oder ob ich mehr tanze, je glücklicher ich bin. Was ich aber weiß, ist: Ich tanze, weil es nichts Schöneres auf der Welt gibt, als sich zur Musik zu bewegen und mit ihr zu verschmelzen. Tanzen ist für mich eine Liebeserklärung an die Musik. Mit Chakas Worten klingt die so:

„Ain’t nobody

Loves me better

Makes me happy

Makes me feel this way

Ain’t nobody

Loves me better than you“

Andere nennen es Tanzen, ich nenne es Leben

Das Tanzen hat mich schon als Kind fasziniert und seitdem nicht mehr losgelassen – sowohl als Schüler als auch als Trainer. Ich lernte drei Jahre Showtanz als Funkenmariechen und fünf Jahre Salsa. Zusammen mit meinen Freundinnen leitete ich eine Tanzgruppe. Wir verbrachten Tage damit, die Choreographien von Künstlern zu studieren, um daraus neue zu kreieren. Workshops, Probewochenenden und Auftritte in großen Konzerthallen gehörten ebenso dazu, wie Kuscheltiere auf der Bühne, nachdem meine Freundin Katja und ich mit 14 Jahren in Hot Pants und bauchfreiem Top die Hüften zu Michael Jacksons Hit „Bad“ kreisten. Tanzen konnte ich tagsüber oder nachts, barfuß oder in Skischuhen, auf der Bierbank genauso wie auf Eichenparkett, als Erste oder Letzte auf der Tanzfläche. Bis heute.

Muskelkater vergeht und Erinnerungen bleiben

Schaue ich zurück, brachte mir das Tanzen vor allem Herzmomente, neue Freundschaften, Schweißperlen, Verzweiflung, Muskelkater, jede Menge Körperkontakt (mal schönen und mal weniger schönen), echtes Lachen, einen ausgeprägten Geruchssinn für Männerschweiß, Selbstironie, abgetanzte Absätze, einen schwungvollen Gang, Liebesbeziehungen, Selbstvertrauen, schmerzende Zehen und Fußballen, unvergessliche Mädelsabende, wunderschöne Tanzschuhe und Röcke, blaue Flecken, Körperbeherrschung, Kommunikation, deren Sprache leicht zu lernen ist, Ohrwürmer, Wandtattoos, Postkartensprüche und Livemitschnitte, Schwindel, heimliche Blicke und Verehrer sowie Achtsamkeit für das Hier und Jetzt.

Was meine Seele mir sagen möchte

Tanzen ist mein Puls, mein Herzschlag, mein Atem. Es ist der Rhythmus meines Lebens. Es ist der Ausdruck von Glück. Es ist der Moment, wenn meine Seele spricht. So kann ich das ausdrücken, was in Worten nicht gefunden werden kann. Ich fühle mich lebendig, innen wie außen, urweiblich und sinnlich. Im Tanz löst sich nach und nach die Härte, die im Alltag manchmal nötig ist. Meine Weiblichkeit blüht auf. Ich erlebe Freude, Kraft, Vertrauen, Ekstase, Liebe, Verbundenheit, Intimität, Kreativität, Dankbarkeit und Freiheit. Ich erlebe durch all meine Sinne. Finde und verliere mich. Alles zur selben Zeit.

Mein Antrieb ist Liebe

Das Tanzen zeigte mir wichtige Lektionen in meinem Leben. Ich entdeckte eine Stimme, die gehört werden möchte: Meine Seele. Heute begreife ich erst so richtig, wie wertvoll dieses Geschenk ist. Denn ohne den Zugang zu mir und meinen Gefühlen, könnte ich keine Fotografin sein. Das, was mich antreibt, sind Dinge, die ich liebe. Und diese Liebe fühle ich als Fotografin genauso wie als Tänzerin. Wichtig dabei ist mir die Passion. Denn: Es sind deine Füße, die du bewegst, aber es ist dein Herz, das tanzt.

Links aus diesem Post

INSTAGRAM: #loewenschwester – Treffe andere Löwenschwestern!

FACEBOOK: #einzikatig – Hinter jedem Portrait steckt ein Mensch mit einer Geschichte.

INSTAGRAM: #einzikatig – Lass dich von mir inspirieren.

 

Bleibe einzikatig!

Deine Kati