Lalela: Die Kunst, Zukunft zu bauen

Lalela: Die Kunst, Zukunft zu bauen

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Was ist der Funke, der Veränderung entzündet? 

Kapstadt kommt schneller als geplant

Noch 28 Tage und ich stehe hoffentlich mit meinen Beinen auf afrikanischem Boden, dachte ich damals in voller Vorfreude. Wer meine Posts verfolgt, hat vielleicht mitbekommen, dass ich im Juli 2018 mit meinem Chor an den WORLD CHOIR GAMES in Pretoria teilgenommen habe. Im Anschluss daran ging es für eine kleine Gruppe weiter nach Kapstadt. Südafrika – immer schon ein Punkt auf meiner Herzenswunschliste – war zum Greifen nah. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass mein Traum schon so schnell Wirklichkeit werden sollte. Und obendrein: Was konnte es Schöneres geben, als wegen der Musik nach Südafrika zu reisen? Die Flüge waren gebucht, die Impfungen aufgefrischt und die Reiseroute skizziert. Aber irgendwie war mir das alles noch nicht genug.

Ein Herzensprojekt war geboren

Als ich Wochen vorher damit begann, die ersten Reiseberichte und Dokumentationen anzusehen, stand für mich schnell fest: Kapstadt hat mehr zu bieten als nur Sightseeing, Safari und Sunshine. Ich wollte die Menschen kennenlernen, die dort leben, und mich etwas abseits der Touri-Pfade bewegen. Was beschäftigt die Menschen wirklich, die dort leben? Bei meinen Recherchen stieß ich unumgänglich auf die Townships am Rande der Stadt. Ich sah Kinder und Familien, die täglich mit Kriminalität, Hunger und Zukunftsängsten kämpfen. Und dann tauchten in meiner Youtube-Playlist die Menschen von Lalela auf. Fast so wie im gallischen Dorf von Asterix und Obelix scheint sich dort die Welt anders zu drehen. Mein Interesse für die Unbeugsamen war geweckt.

Helfen durch Zuhören

LALELA (la·le·la) ist ein Wort aus dem Zulu und bedeutet “zuhören”. Das Lalela Project ist ein pädagogisches Kunstprogramm in Kapstadt und öffnete 2010 zum ersten Mal seine Türen für die gefährdeten Kinder der Peripherie. Ihre Mission: Zuhören ist oft der einzige Weg, um jemanden zu helfen. Bei meinen Recherchen erfuhr ich, dass heranwachsende Kinder, die sich frei fühlen und Entscheidungen treffen können, auch Möglichkeiten schaffen, um für sich selbst eine bessere Zukunft aufzubauen. Sie erkennen Potenziale, wo andere Probleme sehen. Der Lehrplan in Schulen konzentriert sich schwerpunktmäßig auf Mathematik, Literatur und das Alphabet. Die kreative Entwicklung der Kinder kommt oft zu kurz. Lalela fördert daher durch Kunst- und Musik-Workshops das kreative Denken und die Fähigkeit, Veränderungen und Innovationen zu schaffen. In den Augen der Sozialarbeiterinnen Maxime und Cat sei Kreativität ein Weg, die Arbeitslosigkeit anzugehen, die in ihrem Land ein großes Problem darstellt. Die einzige Chance für diese Kinder, neue Möglichkeiten zu finden, sei es, wenn sie tatsächlich ihre eigenen schaffen.

Für eine gute Sache

Wer mich kennt, weiß, dass ich mir jedes Jahr ein Herzensprojekt suche, für das ich mich engagieren kann. Gemeinnützige Organisationen wie Bergwaldprojekt e.V., You Shall Rise e.V. oder Mudita Foundation, sie alle haben etwas gemeinsam: Sie berühren mein Herz. Da wollte ich mitmachen und unterstützen. Und genauso ging es mir mit dem Lalela Project. Hier verbinden sich meine Passionen Musik, Tanz und Kreativität mit meiner Arbeit als Kinderfotografin auf ganz wunderbare Weise miteinander. Keine Frage: Dieses Herzensprojekt hat mich gefunden. An Zufälle glaube ich nicht. Und so besuchte ich kurze Zeit darauf Maxime, Cat und die Kinder von Cape Town. Sie wollten am 100. Geburtstag von Nelson Mandela in ihrem Township mit der Mandela Faust ein Zeichen setzen und machten ihre Mission „FREE FROM FEAR“ (dt: Befreie dich von deiner Angst) für alle sichtbar.

Gut aufgehoben

“Willkommen in der Realität”, das dachte ich mir, als ich im Township in Hout Bay aus dem Auto stieg. “Ach du sch…”, folgte ungefiltert. So leben also die Kinder hier. Ich konnte es kaum fassen, was ich da sah. Es war so anders, so reduziert, so dreckig. Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, hätte ich nicht geglaubt, dass Menschen hier ihr ganzes Leben verbringen. Drogenhandel, Gewaltbereitschaft, Prostitution gehörten ebenso zum Alltag dazu wie Kinder auf der Strasse statt in der Schule, Bretterbuden und Armut. Ein Schwall von Emotionen überkam mich. Ich war überwältigt von den vielen Eindrücken. Dankbar für die Engel von Lalela an meiner Seite. In dem Moment waren sie nicht für die Kinder von Hout Bay ein Licht am Horizont. 

Danke für dieses Geschenk

Bevor sich Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit in mir breit machen konnten, sah ich in die vielen freundlichen Gesichter. Eigentlich sah ich mich in der Rolle, etwas geben zu wollen. Etwas abzugeben von dem Luxus, den ich gewöhnt war. Von dem Reichtum, der für uns viel zu oft zur Selbstverständlichkeit wird. Aber es war genau andersherum. Ich durfte empfangen. Herzlichkeit. Gratis. Bedingungslos. Rein. ⠀

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Deine Kati