„Mein Herz, mein Herz, es klopft so laut“

„Mein Herz, mein Herz, es klopft so laut“

Klinikclowns finden den Weg zur Seele

Taskforce Jubiläum

„Hallo, ich bin Eckart. Herzlich Willkommen bei uns in Bonn“, er schüttelte meine Hand, während ich meine Sachen im Büro der Stiftung Humor Hilft Heilen (kurz: HHH) ablegte. Ich lächelte und war überrascht, Dr. Eckart von Hirschhausen, Mediziner, Kabarettist und Schriftsteller, schon am Vorabend des Events zu treffen. „Hallo, danke für die Einladung. Schön, hier zu sein“, entgegnete ich dem herzlichen Empfang. „Kati ist hier, um uns zu unterstützen“, stellte mich Sandra Paule-Schadow, PR Managerin der Stiftung, ihren Kollegen vor. „Sie wird uns die nächsten Tage mit ihrer Kamera begleiten.“ Und ehe ich mich versah, fühlte ich mich gleich wie ein Teil des Teams. Die letzten Kisten wurden gepackt, die Touren abgesteckt und ein paar Notizen auf’s Papier gekritzelt. Es kann losgehen. Let’s partyyy! Aber jetzt von vorne.

Ein Lachen öffnet Herzen

Ich beobachte immer wieder, wie ansteckend ein Lachen sein kann und wie schnell und einfach aus einem betrübten Menschen ein Lächelnder wird. Lachen ist heilsam – für den, der angesteckt wird, und für den, der es verschenkt. Humor und Menschlichkeit sind oft eine unterschätzte Medizin. Nicht so bei den Klinikclowns der Stiftung Humor Hilft Heilen, die sich die heilende Wirkung von Humor seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht haben. Im Jahr 2018 feierte die Stiftung bereits ihr zehnjähriges Jubiläum. Als mir meine Freundin, ehemalige Krankenschwester, von den Klinikclowns erzählte, die Patienten in Krankenhäusern besuchen, um ihre Genesung zu fördern, dachte ich: „Einen Klinikclown würde ich gerne einmal kennenlernen. Das muss eine tolle Begegnung sein.“

Leichtigkeit im Pflegealltag

Im Oktober 2018 ging mein Herzenswunsch in Erfüllung. Beim Jubiläums-Wochenende von Eckart und seiner Mannschaft durfte ich gleich mehrere Clowns auf einmal kennenlernen. Auftakt war eine Aktion in der Seniorenresidenz Leoninum in Bonn, bei der Eckart und Clown Baldrian (Thomas Leuenberger) mit seiner fliegenden Schlange „Gisela“ für Entschleunigung sorgten. Dort konnte ich hautnah miterleben, wie es sich anfühlt mit dem Älterwerden und womit die Bewohner zu kämpfen haben. Aber auch wie schnell sie ihre Einschränkungen für einen Moment vergaßen, als die roten Nasen zum Einsatz kamen. Begleitet von einem Fernsehteam von RTL sorgte das witzige Doppelpack für einen Lacher nach dem anderen. 

Onkologie wird zur Manege

Clown Baldrian weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Humor in der Pflege ist, wie ich später erfuhr. Als Clown im Zirkus Roncalli kam er vor einigen Jahren direkt von der Manege in ein Kölner Krankenhaus. Seine Diagnose: Akute Leukämie. Der Schock saß tief. Er erlebte, wie wichtig in diesen Situationen gutes und humorvolles Pflegepersonal ist. Sie lachten mit ihm und über ihn, denn selbst in seinen härtesten Stunden verlor er nicht seinen Humor. Nach einer langen Zeit der Genesung verdreht er inzwischen nicht nur Hirschhausen wieder den Kopf. Er meint es immer noch Ernst mit dem Spaß und bringt Humor dahin, wo er gebraucht wird.

Clowns in allerbester Laune

Auf dem Weg zur Kinderklinik St. Augustin erfuhr ich von Pia Mehlem, Mitarbeiterin der Stiftung, dass nicht jeder ein Klinikclown werden kann. Clown sein ist eine Haltung. Aber eine fundierte Ausbildung, wie sie sie derzeit macht, braucht es unbedingt. Denn Klinikclowns arbeiten anders als Clowns in der Manege. Kaum in der Klinik angekommen, gingen die kleinen Patienten mit den Clowns, die es bereits mit vollem Herzen sind, auf Tuchfühlung. Ihre Mission „Lach dich gesund“ war Programm. Sie zauberten, kicherten und staunten – nicht nur für die Kleinen. Als Abschluss der PR-Aktion stiegen Luftballons in den Himmel und mit ihnen für jedes Jubiläumsjahr ein guter Wunsch. 

Kleiner Mann ganz groß!

Beschenkt von den vielen lachenden Gesichtern von Groß und Klein ging die Feierei am nächsten Tag weiter. 300 geladene Gäste kamen zur Gala ins GOP Varieté Theater in Bonn. Eckart reiste in der Zeit zurück und dankte jedem seiner Wegbegleiter und Inspirationen sowie Spender und Helfer für ihre Unterstützung. Über einen Gast freute er sich ganz besonders. Dass er seiner Einladung auf einen Ehrenplatz in der ersten Reihe tatsächlich folgen konnte, war nicht selbstverständlich. Denn der elfjährige Ben Stefan war jahrelang an einem Gehirntumor erkrankt.

Begeistert, berührt, sprachlos

Ben erzählte, wie er die lange Krankheit erlebte und jedes Mal ganz aufgeregt auf den Besuch seiner Clownin wartete. Sofort fiel mir die Textzeile von Claudia Koreck ein: „Mein Herz, mein Herz, es klopft so laut, wann immer ich bei dir bin.“ Seine Geschichte hat mich sehr berührt. Im Beisein der Clowns können Patienten für einen Moment ihr Schicksal vergessen. Die Clowns öffnen ihre Herzen. „Dazu ist ein gewisses Fingerspitzengefühl nötig, um zu erkennen, wann wir bei den Familien erwünscht sind und wann nicht, oder welche Dosis an Humor in dem Moment die richtige ist“, berichtete seine Clownin, Mieke Stoffelen. Eines wurde klar, als Ben so strahlend auf der Bühne stand: Ihr Einsatz ist Gold wert und wirklich, wirklich heilsam. 

Schön, dass es euch gibt!

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