Konkurrenzdenken beginnt bei dir

19. Februar 2021

Weglaufen zählt nicht

Der Vergleich unter Frauen ist bereits Alltag. Das damit verbundene Minderwertigkeitsgefühl leider auch. Wovor ich früher weggelaufen bin und warum ich heute lieber stehen bleibe, erfährst du in diesem Artikel.

Vor Kurzem hat mich eine Frau „Angeberin“ genannt. Gefolgt von: „Meinst du jetzt, du wärst etwas Besseres als ich?“ Ich atmete tief ein und stammelte: „Oh! Wow! OKAY!“ Ich bemerkte, wie ich mich innerlich von ihr distanzierte. Ich dachte: „Nun gut, darüber diskutiere ich jetzt nicht. Wenn sie mich so sieht, dann ist das ihre Sache. Ich bin hier weg.“ ⁠

Tief durchatmen hilft manchmal

In meiner zweiten Atempause fühlte ich genauer hin. Ich hatte wohl in ihr das Gefühl von „nicht gut genug sein“ ausgelöst. Mit dem, was ich ihr erzählte, fühlte sie sich klein neben mir. ⁠Doch SIE kam in meiner Erzählung nicht vor. Ich sprach von mir. Von dem, was mir gerade gut gelingt.

Früher hätte ich genau so reagiert, wie oben beschrieben: Ich wäre gegangen. Ich hätte mich ganz klar von ihr distanziert und innerlich die Haltung eingenommen: DU bist so. Aber ICH bin anders. Eine Haltung der Dualität und damit Trennung zwischen ihr und mir. Heute sehe ich das etwas anders.

Unsere weiblichen Wunden sitzen tief 

Konkurrenzdenken unter Frauen und damit die Angst, von einer anderen Frau bewertet und nicht wertgeschätzt zu werden, ist eine alte Wunde. Wir heilen sie nicht, indem wir davor weglaufen. Mein ZEN-Meister hat einmal gesagt: „Alles, was wir beim Gegenüber wahrnehmen können, ist auch unser Gefühl. Es sind Anteile von uns. Nicht allein seine Sache. Unser Gegenüber spiegelt uns nur unsere verdrängten Gefühle und Emotionen.“

Wenn ich ihre Gefühle wahrnehmen konnte, dann sind das in Wahrheit meine Gefühle. MEIN Minderwertigkeitsgefühl. MEINE Ängste, nicht gut genug zu sein, bewertet zu werden, nicht dazuzugehören, Erwartungen nicht zu erfüllen. Wenn ich früher davor weglief, lief ich eigentlich vor meinem eigenen Schmerz davon. Ich wollte meine eigenen unangenehmen Gefühle nicht fühlen.

Tausche Ritterrüstung gegen Weichheit

Es gibt noch einen anderen Weg als meine emotionale Ritterrüstung, Kampfstellung oder Flucht. Ich kann ihr dankbar sein und ihr mit einem offenen Herzen begegnen. Sie hat mich auf diese Anteile von mir aufmerksam gemacht.

Mir ist es nicht mehr wichtig, herauszufinden, ob ich angeberisch war. SIE hat es so empfunden und mir mitgeteilt. Es war IHRE Art, mit dem Gefühl von „nicht gut genug sein“ umzugehen. Ich lasse es da sein.

Viel wichtiger ist mir, was ICH mit dieser Äußerung mache. Ich bleibe bei ihr. Als ihre Schwester. Und zeige ihr: „Ich bin hier. Für dich. Und für mich.“

Der Samen von Schwesternschaft braucht tägliche Zuwendung

Wir haben jeden Tag die Chance, eine Welt zu erschaffen, die uns besser gefällt. In meinem Leben bekommt Konkurrenz unter Frauen keinen Platz mehr. Dieses Pflänzchen von Schwesternschaft, das ich gesät habe, ist noch klein. Ich darf gut darauf aufpassen. Jeden Tag. Immer wieder.

Bist du bereit, die alten Verletzungen deiner Schwester wirklich zu sehen? Ihr deine geöffnete Hand zu zeigen und nicht dein Schwert? Es sind deine eigenen Anteile, die sie dir spiegelt. Konkurrenzdenken unter Frauen beginnt bei dir. Es zu beenden auch.

Du brauchst es nicht alleine schaffen. Wir sind hier.

In Aufrichtigkeit,

PS: Wenn du aus diesem zarten Pflänzchen etwas Großes entstehen lassen möchtest, komm zu unseren Löwenschwester-Treffen.

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